Screening 17.11.2026 19 Uhr

Ici et ailleurs (1976)

Ici et ailleurs (Hier und anderswo) entstand im Rahmen der Aktivitäten der Dziga-Vertov-Gruppe*. Die von Jean-Pierre Gorin gedrehten Bilder waren ein Auftrag, der darauf abzielte, das tägliche Leben in palästinensischen Lagern zu beobachten. Der unvollendete Film wurde einige Jahre später radikal verändert, als Godard und Anne-Marie Miéville ihn als Video neu schnitten und im Off einen Dialog führten, in dem sie darüber reflektierten, wie das Kino Geschichte aufzeichnet und welche Herausforderungen ihre eigene Position mit sich bringt, wenn sie diese Bilder verstehen und darüber sprechen wollen. "Hier: eine französische Familie, die fernsieht. Anderswo: Bilder der palästinensischen Revolution. Hier sehen lernen, um anderswo zu hören. Sich selbst sprechen hören lernen, um zu sehen, was die anderen tun."

*Mit dem Polit-Aktivisten Jean-Pierre Gorin gründete Jean-Luc Godard 1968 die Group Dziga Vertov (nach dem russischen Filmemacher Dziga Vertov). Neben Godard und Gorin gehörten der Gruppe noch Jean-Henri Roger, Paul Burron und Gérard Martin. Film wurde nun zu einer revolutionären Methode erklärt, die Widersprüche des kapitalistischen Systems bewusst zu machen und die Notwendigkeit einer Veränderung (Revolution) zu unterstreichen. Die Filme der Gruppe wurden als 16mm-Filme realisiert, dem Format der Dokumentarfilmer:innen und des Fernsehens. Später begann Godard auch Video als Produktionsmedium zu testen). Der Anspruch bestand in einem radikalen Dokumentarismus (im Sinne eines cinéma militant) mit Bezügen zum Direct Cinema und zum britischen Dokumentarfilm des Free Cinema.

R: Jean-Luc Godard, Anne Marie Miéville und Group Dziga Vertov, Frankreich 1976, 55min.

Siehe: Cinematheque qc und Filmlexikon Uni Kiel


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